Sonderausgabe „50 Jahre 1968″

Heute ist die Sonderausgabe des thug magazine „Orgasmusschwierigkeiten und Revolution. Über einige Gründe zum Aufkommen und Scheitern der 68er Revolte in Deutschland“ von Andrea Trumann und Karl Rauschenbach erschienen.

Aus dem Editorial: „Seit 1968 sind Linke, die auf eine gesamtgesellschaftliche Veränderung pochen, zu einem Randphänomen geworden. Die in der Broschüre dokumentierten Zwischenerfolge der 68er zeigen dabei auf, was gerade wir jüngeren Linken uns kaum vorzustellen vermögen: Jenseits von Subkultur und dem eigenen Szene-Klüngel gab es Menschen, die sich mit den revoltierenden Studierenden solidarisierten und in deren Kritik sie auch ihre eigene Unzufriedenheit erkannten.“

Alles Nötige zur Bestellung findet ihr hier.

Die neue Ausgabe ist da!

Die nun dritte Ausgabe der „Theorie und Ungeduld“ zum Thema „Solidarität“ ist erschienen! Ihr wollt sie auch haben? Dann wendet euch an die Falkengliederung eures Vetrauens. Wenn sie dort noch nicht angekommen ist, bestellt welche beim Redaktionskollektiv der Falken Hamburg unter thug-mag@falken-hamburg.de

Nach und nach werde auch hier die Artikel aus der ThUg #3 und weitere Debattenbeiträge veröffentlicht, es lohnt sich also den Blog weiter zu verfolgen

Rezension: „Sozialismus und Pädagogik“

Wir veröffentlichen an dieser Stelle einen Text unseres Genossen und ThUg-Autoren Julian Bierwirth


Sebastian Engelmann, Robert Pfützner (Hrsg.)
Sozialismus und Pädagogik. Verhältnisbestimmungen und Entwürfe.
Bielefeld : Transcript 2018.
298 Seiten
ISBN 978-3-8376-3973-5

Schon eine ganze Zeitlang trieb Sebastian Engelmann und Robert Pfützner etwas um: die beiden Pädagogen wollten gerne mal mit Kolleg*innen über das Verhältnis von Sozialismus und Pädagogik sprechen. Sie hatten den Eindruck, dass viele neuere Konzepte innerhalb pädagogischer Debatten durchaus in einer gewissen Nähe zu Konzepten sozialistischer Pädagogik stünden. Also veranstalteten sie im Herbst 2016 eine Tagung zu diesem Thema, luden ein paar handvoll Kolleg*innen ein und veranstalteten eine wissenschaftliche Debatte. Die Beiträge der Tagug wurden schließlich verschriftlicht und bilden nun den wesentlichen Teil des von Engelmann und Pfützner herausgegebenen Bandes „Sozialismus und Pädagogik“. Ergänzt werden die Beiträge durch einige Repliken aus der Perspektive des Feminismus und des Postkolonialismus, der Kritischen Theorie und der Sozialen Arbeit. (mehr…)

Identität und Gruppe

Anmerkungen zur Geschichte und Sozialpsychologie von individueller und kollektiver Identität

von Julian Bierwirth

Kollektivität in der frühen Arbeiter*innen-Bewegung
Für die Gründungszeit der Falken-Bewegung zum Beginn des 20. Jahrhunderts kann der Traditionelle Marxismus als hegemoniale Welterklärung innerhalb der Arbeiter*innenbewegung angesehen werden. Dieser versteht den Kapitalismus als „Anarchie des Marktes“ und erkennt in jedem Bezug auf das Individuum Selbstbereicherung und Egoismus. Demgegenüber erscheint die Arbeiterklasse als Trägerin von Kollektivität und damit als Ermöglichungsinstanz wahrer Menschlichkeit.
Diese Perspektive war in den 1920er Jahren weitgehend durchgesetzt. Wir finden sie exemplarisch auch bei den Vordenker*innen sozialistischer Erziehung, so etwa bei Kurt Löwenstein: „In dem Einzelbesitz und seiner Tendenz zur Anhäufung aus Selbsterhaltungsgründen liegt notwendigerweise die rücksichtslose Tendenz zur Ellenbogenfreiheit.“1 Diesem kapitalistisch geprägten Individualismus steht für Löwenstein jedoch die solidarische Kollektivität der Arbeiter*innenklasse gegenüber: (mehr…)

MAKE AMAZON PAY

„Wir sind Maschinen, wir sind Roboter. Es ist, als würde man sich selbst an einen Scanner anschließen.“

von Marius Bickhardt

Dieses Interview mit Genoss*innen vom Bündnis „Make Amazon pay“ wurde im Dezember 2017 auf dem Blog „Plateforme d’enquêtes militantes“ (PEM) veröffentlicht und zeigt am Beispiel Amazon, was die linke Strategie in der Debatte um Digitalität sein muss: die Thematisierung und Sichtbarmachung von Arbeit und Leiderfahrungen sowie der Aufbau von politischen Allianzen zwischen Gewerkschaften und gesellschaftlicher Linke. Es muss klargemacht werden, dass hinter dem von Jeff Bezos erklärtem Ziel der künftigen Zustellung der Produkte noch am Bestelltag selbst härteste Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse stehen, die jedoch kaum sichtbar werden. Nur so kann man der Klassenblindheit der gegenwärtigen Technologieverherrlichung und dominanten Begriffen wie dem der Informationsgesellschaft beikommen. Nur auf Grundlage einer solchen Kritik der Technik als ein von sozialen Verhältnissen abgeleitetes, kann ein linker Diskurs dann vielleicht auch das Blatt wenden: Indem er aufzeigt, inwiefern Technologie und Algorithmen unter anderen gesellschaftlichen Vorzeichen die notwendige Arbeit reduzieren würden. (mehr…)



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